Am 31. Dezember 2025 endete die erste Förderphase (2022–2025) des ESF Plus-Programms „MY TURN – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch", und die Zahlen können sich sehen lassen: Fast die Hälfte der Teilnehmerinnen, die das Programm wieder verlassen haben, sind heute in Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung. Von den neu aufgenommenen Beschäftigungsverhältnissen sind knapp 80 Prozent sozialversicherungspflichtig. Knapp zwei Drittel der Frauen haben eine qualifikationsadäquate Beschäftigung.
Über 30.000 Frauen bundesweit unterstützt
65 Projekte in ganz Deutschland haben bis Ende 2025 rund 30.000 (formal) geringqualifizierte Frauen mit Migrationserfahrung und gesichertem Aufenthaltsstatus begleitet. Das Ziel: Die Frauen durch gezielte Beratung und passgenaue (Empowerment-)Angebote auf ihrem Weg in Ausbildung und Beschäftigung zu unterstützen, damit sie dauerhaft am Arbeitsmarkt teilhaben können.
Rund zwei Drittel der Teilnehmerinnen kommen aus der Ukraine und den acht wichtigsten Asylherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien). Etwa die Hälfte von ihnen hat Abitur oder Fachhochschulreife, weitere 20 Prozent einen mittleren Schulabschluss. Gleichzeitig sind knapp 20 Prozent formal gering gebildet. Die Mehrheit der Frauen sind Mütter minderjähriger Kinder, gut ein Drittel ist alleinerziehend.
Eine Zielgruppe also, die mit strukturellen Herausforderungen in ihrem Ankommens- und Integrationsprozess konfrontiert ist, aber auch großes Potenzial für Arbeitsmarkt und Gesellschaft mitbringt.
Zentrale Erfolgsfaktoren
Die Projektträger setzen auf ein breites und vor allem zielgruppenspezifisches Angebot: Von Empowerment-Aktivitäten bis hin zu Einzelcoachings, die sich konsequent an den Bedarfen der Teilnehmerinnen orientieren. Wesentlich ist dabei die individuelle Begleitung der Frauen während Qualifizierungsmaßnahmen, Praktika und beim Einstieg in Ausbildung oder Arbeit. Ein besonderer Fokus liegt auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wobei etwa ein Drittel der Projekte eine eigene „Lotsenstelle Kinderbetreuung" anbietet.
Enge Zusammenarbeit mit Arbeitsverwaltung und Unternehmen
Weitere Erfolgsfaktoren der Arbeit: Die Kooperation mit der Arbeitsverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit Arbeitgeber*innen. Die Projekte haben einen engen und kontinuierlichen Austausch mit den lokalen Jobcentern und Agenturen für Arbeit etabliert, der abgestimmte Beratungs- und Vermittlungsaktivitäten und somit Unterstützung „aus einer Hand“ ermöglicht.
Daneben haben sich die Projekte als wichtige Unternehmenspartner positioniert und etabliert: Sie informieren und beraten Betriebe, begleiten das gegenseitige Kennenlernen zwischen Programmteilnehmerinnen und Unternehmen durch vielfältige Formate, bereiten die Frauen auf eine Beschäftigung vor und vermitteln passende Kandidatinnen. Auch nach einer Vermittlung stehen sie weiterhin als Ansprechpersonen zur Verfügung, um den nachhaltigen Integrationserfolg zu sichern.
Start in eine zweite Förderphase
Die Angebotsstrukturen und Kooperationen, die die Projekte aufgebaut haben, und die Erfolge der Teilnehmerinnen überzeugen. Mit Beginn dieses Jahres ist MY TURN für drei weitere Jahre in eine zweite Förderphase gestartet und baut auf den bisherigen Ergebnissen auf. Ein großer Erfolg für das Programm und die Projekte, vor allem aber für die Frauen, Arbeitgeber*innen und Ausbildungsbetriebe, die auf diesem Wege zueinander gefunden haben. Das Programm zeigt: kontinuierliche, individuelle und ganzheitliche Förderung mit passgenauen Angeboten führt zum Ziel.